Zwischenzeitlich hat sich herumgesprochen, dass das Wandern auf Teneriffa nicht nur akzeptabel ist, sondern die Insel geradezu ein Wander-Paradies. Und das das ganze Jahr über! Durch das unglaublich ideale, gleichmäßige Klima von Januar bis Dezember bietet die Insel perfekte Bedingungen. Dabei hat sich das Wege-Netz über die Jahre stetig weiter entwickelt und die Markierungen wurden nach und nach auf Weltklasse-Niveau angepasst.
Okay, zugegeben, ab und zu sind die Wanderwege etwas ungepflegt. Das betrifft vor allem die „exotischeren“, wenig begangenen. Aber grundsätzlich gilt: Zum Wandern oder Trailrunning ist Teneriffa einer der absolut herausragenden Orte auf dieser Welt.

Der Teide Nationalpark
In diesem Artikel möchte ich mich auf den Teide-Nationalpark beschränken. Spaniens höchster Berg, der Pico del Teide (oder schlicht Teide), gibt diesem meistbesuchten Nationalpark Europas seinen Namen. Und wie der Name „Nationalpark“ vermuten lässt, ist dieses gesamte Gebiet unter den höchsten Schutz gestellt. Bitte beachten sie daher die Regeln (ansonsten passiert nämlich das, was gerade passiert: Immer wieder neue, weiter einschränkende Gesetze und Regeln „für den Rest von uns“ wegen ein paar unvernünftigen Egoisten).
Wie im obigen Schaubild zu sehen, gibt es eine recht beeindruckende Auswahl an Wanderwegen / Trails. Ich habe bereits an anderer Stelle über die Besteigung des Teide und die entsprechend notwendigen Genehmigungen geschrieben. Hier geht es um „den Rest“: Die sogenannten Cañadas, die riesige Caldera auf der Teide-Südseite.

Entsprechend der vier Zufahrtsstrassen gibt es gute „Einstiege“ von allen vier Himmelsrichtungen (vgl. auch das obige Schaubild):
- Von Norden (Puerto de la Cruz, La Orotava) bzw. Osten (Santa Cruz, La Laguna, Esperanza) ist der Einstieg EL PORTILLO mit dem Visitor Center, einem kleinen botanischen Garten und einem ausgiebigen Wegenetz.
- Von Westen (Costa Adeje, Chio) ist gleich zu Beginn des Nationalparks linkerhand der Parkplatz MONTAÑA SÁMARA mit seinen recht einfachen aber wunderschönen Trails.
- Von Süden (Los Christianos, Playa de las Americas, Arona, Vilaflor) geht es entweder bereits in VILAFLOR los (z.B. PAISAJE LUNAR) zum SOMBRERO DE CHASNA oder in BOCA TAUCE.
- Im „Zentrum des Geschehens“ steht der sogenannte PARADOR NACIONAL mit Parkplätzen (stets zu wenigen), dem Hotel und Restaurant (alles zu haben zu überteuerten Touristen-Preisen) sowie dem Einstieg zu u.a. den sogenannten ROQUES DE GARCÍA.

Tenerife ON
Nochmal an dieser Stelle: Die wichtigste Ressource zur Planung und Durchführung von Wandertouren und Trailrunning-Trips ist die Online-Plattform TENERIFE ON. Es existiert auch eine recht gut gemachte App, die sich sich selbstverständlich kostenlos in den entsprechenden App-Stores herunterladen können.
Zentrales Element ist hier die interaktive Karte („Mapa interactivo“). Dort sind alle Restriktionen (z.B. gesperrte Wege) hinterlegt und es öffnet sich durch Anklicken des Weges eine komplette Zusammenfassung mit allen wichtigen Informationen. Das ist ein sehr hilfreiches Werkzeug für jede Tourenplanung.
Ausserdem gibt es hier unzählige Tipps für Exkursionen aller Art, z.B. auch Mountain Biking, Reiten, Quad-Fahren etc. Und nicht zu vergessen sind dort ebenfalls Informationen zu ÁREAS RECREATIVAS (Picknick-/Grillplätze), ZONAS ACAMPADAS (Campingplätze), CAMPAMENTOS (Hütten), GUÍAS DE ACTIVIDAD (Tourenführer) und natürlich die aktuellsten Nachrichten zu finden.

Und bitte immer dran denken: Wir befinden uns hier oben praktisch automatisch immer über der 2.000 m-Marke und damit in bereits etwas dünnerer Luft. Also gerade für die „Flachland-Tiroler“ unter uns: Nicht gleich übertreiben und am zweiten oder dritten Tag ausgedehnte Aktivitäten am Berg, sondern langsam den Körper an die dünnere Luft gewöhnen!